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Berufsschule Aarau
Tellistrasse 58
5001 Aarau, Schweiz
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Die Spitzensportförderung der Armee ist vielfältig und erfolgsorientiert

Eine mühsame Grippewelle kollidierte mit dem diesjährigen Podium „Achtung“. Trotzdem trafen sich viele junge Leistungssportlerinnen und Leistungssportler, Eltern, Berufsbildungsverantwortliche, Lehrpersonen, Trainingsverantwortliche, Fachspezialisten und Interessierte zum Traditionsanlass der bsa. Bei einem feinen Apéro im Foyer wurde „genetworkt“, sich unterhalten und neugierig Erwartungen ausgetauscht.

Rektorin Margret Baumann begrüsste in der Aula der Berufsschule Aarau die Anwesenden. Als „Gluschtigmacher“ spielte sie ein Kurzvideo der zurückliegenden Winterausgabe des European Youth Olympic Festivals (EYOF) 2025 in Bakuriani, Batumi und Tiflis (Georgien) ein. Das Swiss Olympic Youth Team gewann am EYOF elf Medaillen – vier Gold und sieben Bronze. Viele dieser jungen Leistungssportlerinnen und Leistungssportler beabsichtigen in die Spitzensportförderung der Armee einzutreten.

Stefan Riniker, Koordinator Leistungssport und Berufslehre im Kanton Aargau, durfte die hochkarätigen Experten zum Thema Spitzensportförderung der Armee willkommen heissen. Mit Oberst i Gst Marco Mudry war der Kommandant Kompetenzzentrum Sport der Armee zu Gast. Er wurde begleitet von den beiden Aargauer Spitzenathleten ZM Spi Spo Gfr Ilaria Olgiati und Spi Spo Sdt Luca Murabito. Ilaria gewann jüngst an den Paralympics in Paris im Rollstuhl-Badminton die Bronzemedaille. Luca erkämpfte sich, trotz wiederkehrenden Verletzungen als Kunstturner, die ersten Welcup-Podestplätze bei der Elite.

Vielfältige Fördergefässe

Marco Mudry gab einen umfangreichen Überblick zum Thema Spitzensportförderung der Armee. Mit der Rekrutenschule wird der erste Grundstein dazu gelegt. Zweimal pro Jahr (April und November) startet für 70 Leistungssportlerinnen und Leistungssportler die 18 Wochen dauernde Rekrutenschule. Ohne Waffe wird zuerst eine militärische Grundausbildung durchlaufen. Trotzdem hat ab Beginn der Sport einen hohen Stellenwert. Ab der neunten Woche besteht das Tagesprogramm ausschliesslich aus Training mit den Verbandstrainern sowie aus sportrelevanten Themenfeldern wie „Medienschulung“, „Karriereplanung“, „Mentaltraining“ und so weiter. Eine detaillierte Übersicht mit Videos, Berichten und Bildmaterial ist abrufbar unter: https://www.vtg.admin.ch/de/spitzensport-rekrutenschule-79

Umrahmt und eindrucksvoll bebildert wurden Marcos Ausführungen durch die Spitzensport-Erfahrungen von Ilaria und Luca. Sie beide haben die Rekrutenschule durchlaufen und im Jahr darauf mit den WK-Tagen (Wiederholungskurs) gestartet. Die Planung der Inhalte und Trainings geschieht in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Sportverband, den Trainern und der Armee. Die Athletinnen und Athleten dürfen die Zeit vollumfänglich zum Trainieren und für regenerative Massnahmen nutzen. Die Infrastruktur von Magglingen, Andermatt oder Tenero steht den Militärs gratis zur Verfügung (inklusive Unterkunft und Verpflegung). Zusätzlich zu den 30 WK-Diensttagen pro Jahr erhalten die Sportlerinnen und Sportler 100 freiwillige Diensttage, welche sie an Wettkämpfen und Turnieren verbringen: https://www.vtg.admin.ch/de/spitzensport-wiederholungskurse

Ilaria Olgiati gehört zu einem auserlesenen Kreis von Athletinnen und Athleten, die nun den Weg im Zeitmilitär beschreiten. Die Armee unterstützt jeweils 18 Spitzensportlerinnen und Spitzensportler mit einer 50% Anstellung als Zeitmilitär (ZM). Von dieser Anstellung können Sportlerinnen und Sportler profitieren, die in ihrer Sportart eine international dominierende Rolle spielen. Oberstes Ziel ist, dass der Sportler respektive die Sportlerin einen Diplom- oder Medaillenrang an den Olympischen Spielen erreicht: https://www.vtg.admin.ch/de/anstellung-als-zeitmilitaer

Markante Leistungssteigerung dank der Armee

Luca Murabito berichtete, dass es eine unglaubliche Chance sei, dank der militärischen Einbettung voll auf die Karte Sport zu setzen. „Es sind viele Freundschaften entstanden, die ohne die Armee gar nicht möglich gewesen wären.“ Über den Tellerrand schauen und von den Erfahrungen und den Netzwerken anderer Leistungssportlerinnen und Leistungssportler zu profitieren, sei eine wichtige Bereicherung.

Auch Ilaria Olgiati betonte die tolle Kameradschaft und den unglaublichen Zusammenhalt. Mann – Frau, körperliche Einschränkung – Fussgänger, dies alles spielt keine Rolle. Der Sport verbindet alle. Dies ist auch dadurch möglich, weil Themen wie Versicherungen, Lohn, Entschädigung für den Trainer oder die Physiotherapeutin plötzlich wegfallen und vom Militär übernommen werden.

Die Erfahrungen der beiden anwesenden Spitzensportler deckt sich zudem mit den Schilderungen von Marco Mudry: „In den meisten fällen sorgt die Rekrutenschule für eine richtige Leistungsexplosion bei den Athletinnen und Athleten.“ Ohne energie- und zeitfressende Nebenjobs den Fokus voll und ganz auf das Training, die Regeneration und den Austausch zu legen, trage zu einer markanten Leistungssteigerung von Körper und Geist bei. Dies erklärt auch den viel zitierten Stolz von Ilaria und Luca, unter der Schirmherrschaft der Schweizer Armee Sport betreiben zu dürfen.

Visionen die Glanz versprühen

Ohne lange nachdenken zu müssen, sind sich Ilaria und Luca einig. Das nächste, ganz grosse Ziel sollen die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles sein. Die Rollstuhl-Badmintonspielerin hofft darauf, ihre Medaille von Paris zu verteidigen oder sogar noch edler zum Glänzen zu bringen. Auf dem Weg nach LA möchte Luca endlich verletzungsfrei in der Elite-Kategorie durchstarten. In LA kann es für den sprunggewaltigen Kunstturner nicht hoch genug hinausgehen.

Für Kommandant Marco Mudry sei es eine besondere Freude, die Emotionen der Sportlerinnen und Sportler mitzuerleben. „Ich verfolge die Erfolge und Misserfolge unserer Sportsoldatinnen und Sportsoldaten hautnah. Dadurch, dass ich sie alle persönlich kennenlerne, sind Freud und Leid noch intensiver und gehen mir immer unter die Haut.“ Seinen Stolz, für den Leistungssport alles zu geben und möglich zu machen, wird für alle Anwesenden spürbar.

Swiss Olympic hat die Spitzensportförderung der Armee übersichtlich aufbereitet. Für alle, die einen nächsten Schritt in ihrer Sportkarriere gehen wollen, ist die Armee eine mögliche Unterstützerin: https://www.swissolympic.ch/verbaende/foerderung-unterstuetzung/spitzensport_armee